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17.03.2010

CO2-Fußabdruck: Wiesenhof stellt erstmals zertifizierte Emissionsbilanz auf

Produktion von einem Kilogramm Hähnchenfleisch schlägt bei Wiesenhof- mit 3,2 kg Kohlendioxid zu Buche


Hamburg/Rechterfeld, den 17. März 2010. Als erstes Unternehmen der Geflügelbranche hat die PHW-Gruppe für ihre Marke Wiesenhof die bei der Herstellung von Hähnchenfleisch anfallenden Treibhausgas-Emissionen ermittelt und zertifizieren lassen. Dieser produktbezogene CO2-Fußabdruck – auch als Product Carbon Footprint (PCF) bezeichnet – stellt die von einem Produkt direkt und indirekt verursachten Emissionen von Treibhausgasen dar.

Das Ergebnis bei Wiesenhof: Die Herstellung von einem Kilogramm Hähnchenfleisch verursacht etwa 3,2 kg äquivalente Treibhausgas-Emissionen. Diese Emissionen fallen auf den Stufen Futtermittel, Elterntierhaltung, Brütereien, Aufzuchtfarmen und Verarbeitungsbetriebe inklusive der Logistik bis zum Handelskunden an. Die Ermittlung des CO2-Fußabdruckes beruht bei Wiesenhof bewusst auf sehr konservativen Annahmen. Zudem wurde die Eigenenergie-Erzeugung bei Wiesenhof in dieser Bilanz nicht gegengerechnet (Photovoltaik-Anlagen, Biosprit-Produktion auf der Basis von Geflügelfetten, Biogasanlage).

„Wir haben, was Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen betrifft, einen sehr hohen Standard bei Wiesenhof. Wir wollen in den kommenden Jahren aber noch klimafreundlicher werden“, betont Peter Wesjohann, Vorstandsvorsitzender der PHW-Gruppe. Die in den maßgeblichen Betrieben erhobenen Daten lieferten eine hervorragende Ausgangsposition, um Herstellungs- und Transportprozesse weiter zu optimieren. Die größten Einflussmöglichkeiten, die Emissions-Bilanz weiter zu verbessern, sieht Wiesenhof gegenwärtig in den Bereichen Energie und Transport. Den höchsten Anteil an den ermittelten Emissionen haben die Aufzuchtfarmen mit 48,3 Prozent, danach folgen die Futtermühlen mit 32,9 Prozent und die Schlachtereien mit 13,9 Prozent. Den geringsten Anteil an den Emissionen haben die Brütereien und die Elterntierhaltung.

Da momentan in der Lebensmittelbranche für den CO2-Fußabdruck kein allgemein akzeptierter Standard existiert, hat Wiesenhof zusammen mit dem auf Emissionsfragen spezialisierten Beratungsunternehmen Gallehr Partner eine international anerkannte allgemeine Berechnungsmethodik zur Ermittlung der CO2-Fracht von Konsumprodukten auf die Bedürfnisse der Lebensmittelindustrie angepasst*). Diese Methodik hat Wiesenhof von Deloitte Cert zertifizieren lassen. Die Richtigkeit der Zahlenwerte überprüft zusätzlich der TÜV Süd.

Wiesenhof fördert alternative Energiegewinnung
Bereits im vergangenen Jahr hatte die PHW-Gruppe zum einen in den betrieblichen Abläufen umfangreiche Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen ergriffen, zum anderen auch Dachflächen von Farmen und Betriebsstätten über eine Hamburger Vermarktungsfirma in den Dienst der alternativen Energiegewinnung gestellt. Über 80.000 Quadratmeter wurden bereits mit Photovoltaik-Modulen eingedeckt, so dass auf diese Weise jährlich 8.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden können.

Mit Schlachtnebenprodukten, die bei der Verarbeitung von Geflügel täglich anfallen, betreibt Wiesenhof am Standort Möckern eine eigene Bio-Gasanlage. Damit sind die Produktionsreste zugleich Rohstoff für die Energie- und Wärmeerzeugung. Rund 450 Haushalte werden in der Region mit Strom von Wiesenhof Möckern versorgt.

Eine Vorreiterrolle nimmt die PHW-Gruppe beim Einsatz alternativer Kraftstoffe ein. Die Wiesenhof-LKW-Flotte fährt mit SP-Power, einem selbst hergestellten Bio-Kraftstoff aus Geflügelfett. Damit spart Wiesenhof pro Jahr bis zu 74.000 Tonnen CO2 ein. Der Bio-Kraftstoff SP-Power wird aus Geflügelfetten gewonnen und stellt eine günstige Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen aus Erdöl dar. Für die Herstellung und den Vertrieb von SP-Power ist die Tochtergesellschaft GePro in Diepholz zuständig. Findige Mitarbeiter des Unternehmens haben diesen Bio-Kraftstoff selbst entwickelt. Er ist deutschlandweit verfügbar.


*) Basis der entwickelten Methodologie sind der PAS 2050 von CarbonTrust, das vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten geförderte Globale Emissions-Modell Integrierter Systeme (GEMIS) in der Version 4.5 und diverse internationale Datenbanken