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19.02.2003

PHW-Gruppe hat kräftig investiert

5 Prozent Umsatzwachstum auf 1,08 Mrd. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr / „Wiesenhof“ steuert über 600 Mio. Euro Umsatz bei / 90 Mio. Euro Investitionen / Angebotserweiterung auf Bio-Hähnchen, Enten und bei Puten / Jetzt auch salmonellenfreies Futter

Rechterfeld/Hamburg, den 19. Februar 2003. Die PHW-Gruppe (Rechterfeld) blieb auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 (30.06.) auf Wachstumskurs: Der konsolidierte und um Innenumsätze bereinigte Gesamtumsatz des Familienunternehmens stieg um über 50 Mio. Euro bzw. rund 5 Prozent von 1,03 Mrd. Euro im Vorjahr auf 1,08 Mrd. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die führende deutsche Geflügelmarke „Wiesenhof“ steuerte mit 22 Mio. Euro fast die Hälfte des Umsatzwachstums der PHW-Gruppe bei, sie erreichte 605 Mio. Euro Umsatz (Vorjahr: 583 Mio. Euro). Die Unternehmensbereiche Tierernährung/-gesundheit und Human-Ernährung/-gesundheit konnten ebenfalls ein Wachstum erwirtschaften: Im Bereich Tierernährung und -gesundheit stieg der Umsatz um 1,7 Prozent von 322 auf 327 Mio. Euro, im Segment Humanernährung und -gesundheit um 11,5 Prozent von 53,7 Mio. Euro auf 60,7 Mio. Euro. Erstmals voll konsolidiert wurde auch der seit dem Geschäftsjahr 2001/2002 mehrheitlich mit rund 90 % zur PHW-Gruppe gehörende polnische Geflügelverarbeiter Drobimex-Heintz in Stettin. Den Rest zum Gesamtumsatz der PHW-Gruppe steuerte der der Marke „Wiesenhof” vorgelagerte Bereich „Vermehrung und Aufzucht“ bei.

Investitionssprung auf 90 Mio. Euro

Die PHW-Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr wiederum kräftig investiert: Mit 90 Mio. Euro lag das Investitionsvolumen deutlich über der Vorjahressumme von 50 Mio. Euro. Schwerpunkte waren Investitionen in die Produktionsstätten der Marke „Wiesenhof“ mit über 40 Mio. Euro, darunter der Ausbau der Geflügelwurstproduktion in Rietberg sowie der Bau einer neuen Brüterei in Möckern. Rund 26 Mio. Euro Investitionen flossen in den Bereich Tierernährung und -gesundheit. Im Futtermittelbereich hat das Unternehmen ein aufwändiges Verfahren entwickelt, das in den eigenen Mischfutterwerken die Produktion von salmonellenfreiem Futter ermöglicht.

Von den Gesamtinvestitionen in Höhe von 90 Mio. Euro wurden knapp 15 Mio. Euro in die Cuxhavener Betriebe investiert. TAD Pharma GmbH nahm ein modernes Hochregallager in Betrieb. Lohmann Animal Health produziert seit Frühjahr 2002 in einem neuen Futtermitteladditivwerk. Die Erweiterung des Impfstoffwerkes wird im laufenden Geschäftsjahr die Produktion aufnehmen. Ebenso sollen die Forschungsanstrengungen bei Impfstoffen in Cuxhaven konzentriert werden. Die Cuxhavener Betriebe, Lohmann Animal Health und TAD Pharma, gaben im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 6 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung aus.

Investitionsschwerpunkte des laufenden Geschäftsjahres sind u.a. ein neues Zentrallabor und der Ausbau des Verwaltungsgebäudes in der PHW-Zentrale in Rechterfeld.

Die PHW-Gruppe beschäftigte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 rund 3.370 Mitarbeiter/innen gegenüber 3.210 im Vorjahr. Mit der Auslandsbeteiligung Drobimex-Heintz GmbH in Polen beträgt die Mitarbeiterzahl insgesamt über 3.870.

„Wiesenhof“ stimuliert den Geflügelfleischverbrauch

Nachdem der Pro-Kopf-Verbrauch von Geflügelfleisch in Deutschland im Jahr 2001 gegenüber 2000 von 16 auf 18,9 Kilogramm gestiegen ist, rechnet Paul-Heinz Wesjohann, im abgelaufenen Jahr 2002 mit ungefähr 18 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung. Dieser stabil hohe Verbrauch sei nicht mehr wie in den Vorjahren auf die Krise der Fleischwirtschaft zurückzuführen, die in den letzten Jahren den Geflügelkonsum forcierte. Die positive Tendenz am Geflügelmarkt ist aus seiner Sicht auch das Ergebnis des „Wiesenhof“-Herkunfts- und Qualitätskonzeptes, das sich positiv auf den Verbrauch auswirke. Das Konzept für „Qualität, Sicherheit und Transparenz“ beinhaltet Produktionsstufen nach dem Prinzip „Alles aus einer Hand“. So befinden sich sämtliche „Wiesenhof“-Produktionsstufen in Deutschland. Die rund 700 bäuerlichen Partnerbetriebe, die die Tiere aufziehen, stehen namentlich auf den Herkunftsetiketten. Alle Geflügelschlachtereien und Verarbeitungsbetriebe des Unternehmens sind öko-zertifiziert und seit Oktober 2002 QS-zertifiziert.

Ein wichtiger Baustein des Qualitätskonzepts für die Marke „Wiesenhof“ ist das Futter aus den eigenen inzwischen GMP-zertifizierten Mühlen. Bereits seit 1996 verzichtet man auf tierische Proteine (Tier-, Fisch- oder Fleischknochenmehl) und seit 1997 auf antibiotische Leistungsförderer. Außerdem garantiert „Wiesenhof“ als einziger europäischer Anbieter nachweislich, dass das Futter aus eigenen Mühlen kein genverändertes Soja enthält und zudem salmonellenfrei erzeugt wird.

Größeres Engagement im Puten- und Entenmarkt

Für das Management der PHW-Gruppe – neben Paul-Heinz Wesjohann, Sohn Peter Wesjohann sowie Harm Specht – gibt es in Deutschland noch enormes Potenzial für Geflügelspezialitäten: Obwohl der Verbraucher inzwischen mehr Geflügel- als Rindfleisch verzehrt, liege man bei Hähnchenfleisch noch deutlich unter dem europäischen Verbrauchsdurchschnitt und nur bei Putenfleisch in der Spitzengruppe des europäischen Verbrauchs. An dem positiven Trend will die PHW-Gruppe zusätzlich durch eine deutliche Angebotserweiterung profitieren. Dazu gehören die Aufnahme der Geflügelwurstproduktion in Rietberg und die im Oktober 2002 erfolgte Markteinführung von Enten-Spezialitäten. Durch die Übernahme von 50 Prozent an dem Puten-Erzeuger RWS in Steinfeld kann der erhöhte Bedarf der Marke „Wiesenhof“ an in Deutschland erzeugtem Putenfleisch gedeckt werden. Mit der damit erreichten Produktionsmenge von rund 70.000 t gehört die PHW-Gruppe jetzt ebenfalls zu den führenden Putenproduzenten hierzulande. Das „Wiesenhof“-Qualitätskonzept erstreckt sich auch auf alle neuen Produktbereiche der Marke.

Enttäuscht ist das Management von der Entwicklung der vor einem Jahr in den Markt eingeführten Bio-Hähnchen. Trotz eines flächendeckenden Angebotes sei der Absatz „im kaum messbaren Bereich“. Unter den gleichen Herkunfts- und Qualitätskriterien sind bei „Wiesenhof“ alle Haltungsformen von der konventionellen Bodenhaltung über die Auslaufhaltung bis zur ökologischen Haltung repräsentiert.

Sorge über große Mengen Importware

Sorgen bereitet Paul-Heinz Wesjohann die Tendenz, dass trotz des Wachstums der Marke „Wiesenhof“ der Selbstversorgungsgrad der deutschen Produktion 2001 insgesamt von 70 auf rund 64 Prozent zurück gegangen ist. Grund dafür ist eine zunehmend große Menge von Importware, insbesondere aus Thailand und Brasilien. Dies gelte für Hähnchen und Puten gleichermaßen und führe zu einem Verdrängungs- und Preiswettbewerb, an dem sich eine Qualitätsmarke nicht beteiligen dürfe. Bei Importware habe es inzwischen auch von der Politik monierte Qualitätsprobleme gegeben, die sich aus Sicht von Paul-Heinz Wesjohann „kontraproduktiv für den weiteren Anstieg des Geflügelfleischkonsums“ erweisen könnten. Die in den vergangenen Jahren enorm gestiegene Zustimmung der Verbraucher gelte es mit qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten zu erhalten, wenn man nicht Krisen wie andere Fleischbereiche durchleiden wolle.

Zusätzliche Chancen im Export

Zusätzliche Wachstumschancen sieht Paul-Heinz Wesjohann im Export: In weiten Teilen West- und Osteuropas würde sich der Trend nach qualitativ hochwertigen und gleichzeitig sicheren Geflügelprodukten fortsetzen. Nachdem alle „Wiesenhof“-Schlachtereien und Verarbeitungsbetriebe nach einem weltweit geltenden Umwelt-Management-System zertifiziert seien und die „Wiesenhof“-Produktion im Oktober 2002 auch das QS-Zertifikat für Hähnchen und Puten erhalten habe, gäbe es auch auf den internationalen Märkten eine deutlich gestiegene Nachfrage. Mit dem inzwischen europaweit beachteten Herkunfts- und Qualitätskonzept für Hähnchen und Puten wolle das Unternehmen die starke Marktstellung in Deutschland auch für Exporterfolge nutzen. Mit der Beteiligung an dem Geflügelverarbeiter Drobimex-Heintz sei man in Polen bereits einen großen Schritt weiter gekommen und strebe die Marktführerschaft an.

Insgesamt erwartet Paul-Heinz Wesjohann auch im laufenden Jahr 2003 eine Verbrauchssteigerung gegenüber 2002. Während die PHW-Gruppe insgesamt auch einen Umsatzzuwachs erreichen soll, wird der Umsatz der Marke „Wiesenhof“ aufgrund zurückgegangener Marktpreise voraussichtlich nur das Vorjahresniveau erreichen. Für die permanent hohen Investitionen zur Erhaltung der hohen Prozessqualität in allen Stufen der Produktion sei aber eine verbesserte Ertragssituation notwendig. Der Wettbewerb billiger Importware dürfe nicht zu Lasten der Preispolitik für die Marke „Wiesenhof“ gehen. Handel und Verbraucher müssen – so Paul-Heinz Wesjohann – den Wert von Qualität und Sicherheit angemessen honorieren.