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14.02.2005

Wiesenhof legt beim Umsatz auch international zu

PHW-Gruppe: Wachstum in allen Geschäftsbereichen / Umsatz klettert um 4,4 Prozent auf 1,19 Mrd. Euro / 45,6 Mio. Euro Investitionen / Tierschutzpreis für Weidehähnchen / Absatz von Bio-Hähnchen stagniert / Generikahersteller TAD Pharma GmbH legt zweistellig zu

Rechterfeld/Hamburg, den 14. Februar 2005. Die führende deutsche Geflügelmarke Wiesenhof konnte ihren Umsatz weiter steigern. Auch alle anderen Geschäftsfelder der PHW-Gruppe (Rechterfeld) haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2004 (30.06.) zum Teil sehr deutliche Umsatzzuwächse verzeichnet. Insgesamt stieg der konsolidierte und um Innenumsätze bereinigte Gesamtumsatz auf 1,19 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,14 Mrd. Euro). Das entspricht einem Plus von 4,4 Prozent bzw. 50 Mio. Euro.

Umsatzentwicklung in den
Geschäftsfeldern der PHW-Gruppe


Geschäftsbereich 2003/2004 in T€
2002/2003 in T€
Prozentuale Veränderung
im Vergleich zum Vorjahr

Wiesenhof
717.000
695.000
3,2 Prozent

Vermehrung /Aufzucht
49.000
45.000
8,8 Prozent

Tierernährung und - gesundheit
321.100
304.700
5,4 Prozent

Humanernährung und - gesundheit
65.600
59.700
9,9 Prozent

Ausland: Drobimex
39.000
37.300
4,5 Prozent


Wiesenhof verbuchte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 3,2 Prozent auf 717 Mio. Euro (Vorjahr: 695 Mio. Euro) und baute die führende Marktposition in Deutschland weiter aus. Der Bereich Tierernährung und -gesundheit konnte den letztjährigen Umsatzrückgang fast wiedergutmachen und kam auf 321 Mio. Euro Umsatz (Vorjahr: 304,7 Mio.). Ebenfalls erfreulich war die Entwicklung im Geschäftsfeld Humanernährung und -gesundheit: Das 9,9-prozentige Umsatzplus führte zu einem Umsatz von 65,9 Mio. Euro (Vorjahr: 59,7 Mio.). Der Bereich „Vermehrung und Aufzucht“ gewann ebenfalls dazu und kam auf einen Gesamtumsatz von 49 Mio. Euro (Vorjahr: 45 Mio.), was einem Plus von 8,8 Prozent entspricht.

Die Beschäftigtenzahl blieb wie schon im Vorjahr stabil. Sie lag im abgeschlossenen Geschäftjahr bei 3.843 Beschäftigen. Im Jahr 2002/2003 arbeiteten 3.855 Mitarbeiter für die Gruppe.

Herkunfts- und Qualitätskonzept sehr positiv für das Auslandsgeschäft

Die Marke Wiesenhof profitierte von der weiter steigenden Beliebtheit von Geflügelfleisch. Nach vorläufigen Angaben der ZMP Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft verzehrten die Deutschen 2004 18,5 kg Geflügelfleisch pro Einwohner gegenüber 18,2 kg 2003. Allerdings liegt die Nachfrage in der EU mit 23,3 kg deutlich höher, so dass mittelfristig nach wie vor noch ein erhebliches Potenzial vorhanden ist.

Wiesenhof setzt in der Produktion und Vermarktung auf ein in der Branche einmaliges transparentes Herkunfts- und Qualitätskonzept, das zusammen mit rund 700 bäuerlichen Partnerbetrieben bzw. Erzeugergemeinschaften umgesetzt wird. Der Produktionsprozess läuft nach dem Prinzip „Alles aus einer Hand“. Sämtliche Wiesenhof-Produktionsstufen befinden sich in Deutschland. Die bäuerlichen Betriebe, die die Tiere aufziehen, stehen namentlich auf den Herkunftsetiketten. Das Futter aus den eigenen Futtermühlen ist seit 1996 garantiert ohne tierische Proteine und seit 1997 ohne antibiotische Leistungsförderer. Außerdem garantiert Wiesenhof als einziger europäischer Anbieter nachweislich, dass das Futter aus eigenen Mühlen kein genverändertes Soja enthält und zudem salmonellenfrei erzeugt wird. Gerade die „Non-GMO-Politik“ der Marke fand zuletzt national und international Beachtung. So empfahlen der „Bund für Umwelt- und Naturschutz“ und „Neuland“ ebenfalls Wiesenhof-Produkte. International erleichterte der geschlossene Produktionsprozess und die garantierte Salmonellenfreiheit im Futter die Ausweitung des Exportgeschäftes. Die Wiesenhof International GmbH & Co. KG verdoppelte im abgelaufenen Geschäftsjahr - bezogen auf den Umsatz - ihr Exportvolumen.

Wiesenhof: Geflügelwurst gefragt, Bio-Hähnchen stagnieren
Neben dem positiven Exportgeschäft basierte das Wachstum der Marke Wiesenhof auch auf einem höheren Absatz neuerer Sortimente wie der Geflügelwurst. In diesem Produktbereich stieg der Umsatz um 21,5 Prozent auf knapp 25 Mio. Euro. Stagnierend ist dagegen wie schon im Vorjahr der Absatz von Bio-Hähnchen, die von Landwirten in Bayern und Niedersachsen in Freilandhaltung aufgezogen werden. Auch das Weidehähnchen von Wiesenhof erreicht trotz der positiven Wahrnehmung in der Öffentlichkeit keine zufrieden stellenden Absatzzahlen. Im Oktober 2004 hatte das bayrische Verbraucherschutzministerium den Tierschutzpreis an die Weidehähnchen-Landwirte, die ausschließlich für Wiesenhof arbeiten, vergeben. Paul-Heinz Wesjohann vom Management der PHW-Gruppe, dem auch Sohn Peter Wesjohann sowie Harm Specht angehören: „Bei unserer Marke Wiesenhof stellen wir fest, dass Qualität und Markenversprechen im Inland weiterhin eine hohe Relevanz haben. Dagegen spielen Aspekte wie Bio- und Freilandhaltung beim Verbraucher eine unbedeutende Rolle.“

Ingesamt wurde die Entwicklung des Geschäftsfeldes Wiesenhof durch höhere Aufwendungen im Futtermittelbereich beeinflusst. Die Preise für Mischfutter stiegen im Geschäftsjahr 2003/04 durch witterungsbedingte europaweite Verknappung von Getreide um bis zu 25 Prozent. Da in der Geflügelerzeugung 60 Prozent aller Kosten auf die Futtermittel entfallen, machten sich diese Preiserhöhungen negativ bemerkbar. Auch in den Vorstufen „Vermehrung/Aufzucht“ verteuerten sich die Rohstoffkosten deutlich. Die gestiegenen Aufwendungen konnten allerdings nicht an den Verbraucher weitergegeben werden. Bei Putenfleisch fällt die Bilanz ähnlich aus. Zusätzlich gerieten die Großhandelspreise nach einem freundlichen zweiten Halbjahr 2003 ab Mai 2004 durch Importe aus Osteuropa stark unter Druck.

Branche: Preisdumping durch außereuropäische Importe

Sehr kritisch betrachtet die PHW-Gruppe den anhaltend hohen Importdruck aus Drittländern wie Thailand und Brasilien, wobei Thailand 2004 als Hauptexporteur von Geflügelfleisch durch die Vogelgrippe fast komplett ausfiel. Das durch den Import ausgelöste Preisdumping in Deutschland schade dem Bemühen um höchste Produkt- und Herstellungsqualität, so Paul-Heinz Wesjohann.

Um das internationale Geschäft auszuweiten, hat die PHW-Gruppe ihr Engagement in Polen verstärkt. Neben dem Geflügelverarbeiter Drobimex am Standort Stettin, der mit einem Umsatz von 39 Mio. Euro zum Gesamtumsatz der PHW-Gruppe beitrug, hat das Unternehmen im vergangenen Oktober 50 Prozent der Anteile an dem Putenschlacht- und -verarbeitungsbetrieb Bomadek GmbH in Trzebiechów (Polen) übernommen. Bezogen auf die Schlachtmenge von 6.000 bis 7.000 Puten pro Tag ist Bomadek die Nummer 2 auf dem polnischen Markt.

Außerdem hat die PHW-Gruppe im laufenden Geschäftsjahr mit der Übernahme der Entenbrüterei Duck Tec Brüterei GmbH in Belzig (Brandenburg) ihre Marktposition im Entensegment ausgebaut. Zusammen mit dem Schlachtbetrieb in Grimme (Sachsen-Anhalt), der seit Februar 2005 unter Wiesenhof Entenspezialitäten GmbH & Co. KG firmiert, arbeitet Wiesenhof auch hier nach dem Prinzip „Alles aus einer Hand“.

2003/2004: Investitionsvolumen über 45,6 Mio. Euro

Nach 52,5 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2002/2003 investierte die PHW-Gruppe im abgeschlossenen Geschäftsjahr insgesamt 45,6 Mio. Euro. Davon entfielen 25,4 Mio. auf Produktionsbetriebe der Marke Wiesenhof. Hier lag der Investitionsschwerpunkt im Ausbau der Convenience-Produktion an den Standorten in Lohne und Zerbst. Bei der Lohmann Animal Health GmbH & Co. KG (Cuxhaven) investierte die PHW-Gruppe nach 8,7 Mio. Euro im Vorjahr nochmals 3 Mio. Euro in die Erweiterung des Impfstoffwerkes. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand stieg erneut an: Er lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 9,5 Mio. Euro (Vorjahr: 9,4 Mio. Euro), wovon die PHW-Gruppe allein knapp 4,5 Mio. Euro für die Entwicklung und Zulassung neuer Arzneimittel bei TAD Pharma GmbH aufwendete. 3,6 Mio. Euro entfielen u.a. auf die Entwicklung und Zulassung von Impfstoffen bei Lohmann Animal Health GmbH & Co. KG.

Generikahersteller TAD Pharma GmbH: Zweistelliger Umsatzsprung

Der dem PHW-Bereich Humanernährung und -gesundheit zuzurechnende Generikahersteller TAD Pharma GmbH (Cuxhaven) hat seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 11,3 Prozent auf 48 Mio. Euro (Vorjahr: 43 Mio. Euro) gesteigert. Entscheidenden Anteil an der positiven Entwicklung hatten die deutliche Ausweitung des Exportgeschäfts (plus 2,4 Mio. Euro) und die Markteinführung von 15 neuen Produkten. Das Ergebnis wird allerdings durch die Auswirkungen des „Gesundheitssystem-Modernisierungsgesetzes“ und die Anhebung des Herstellerzwangsrabattes von 6 auf 16 Prozent belastet. Durch Verbesserungen auf der Beschaffungsseite und den weiteren Ausbau des internationalen Geschäfts will TAD Pharma im laufenden Jahr an die ausgezeichnete Entwicklung anknüpfen.

Die auf die Herstellung von Vitaminmischungen für die Lebens-mittelindustrie spezialisierte Nutrilo Gesellschaft für Lebensmitteltechnologie mbH (Cuxhaven) hat ihren Umsatz im Berichtsjahr um 6,2 Prozent auf 17,3 Mio. Euro (Vorjahr: 16,3 Mio. Euro) ausgebaut. Das Wachstum resultiert aus dem Umsatzplus im Export (plus 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Mittlerweile beträgt der Exportanteil der Gesellschaft 25,5 Prozent.

Geschäftsfeld Tierernährung und -gesundheit wächst um 5,4 Prozent

Auch das Geschäftfeld Tierernährung und -gesundheit verzeichnete im Geschäftsjahr 2003/2004 eine äußerst erfreuliche Entwicklung: Der Gesamtumsatz des Bereiches wuchs um 5,4 Prozent auf 321 Mio. Euro (Vorjahr: 304 Mio. Euro). Maßgeblichen Anteil daran hatte die MEGA Tierernährung GmbH & Co. KG, die ihren Umsatz auf 185 Mio. Euro steigerte (Vorjahr: 163 Mio.). MEGA ist einer der führenden Mischfutterhersteller in Deutschland und produzierte an den drei Standorten Rechterfeld, Haldensleben und Straubing 750.000 – 800.000 to Mischfutter. Die Lohmann Animal Health GmbH & Co. KG (LAH), die schwerpunktmäßig Futteradditive und Geflügelimpfstoffe produziert, erzielte mit 127 Mio. Euro (Vorjahr: 126 Mio.) ebenfalls einen Zuwachs bei den Verkaufserlösen. Weltweit gilt die LAH bei Salmonella-Impfstoffen als Marktführer; im Bereich Futteradditive gewann die LAH im abgelaufenen Geschäftsjahr Marktanteile in Europa hinzu.

PHW-Gruppe denkt an weitere Internationalisierung

Die PHW-Gruppe hält trotz des hohen Import- und Preisdrucks an einer konsequenten Qualitätspolitik fest. Als Vollsortimenter im Geflügelbereich – vom Hähnchen über Puten bis hin zu Enten – wird das Unternehmen das Potenzial der Marke Wiesenhof weiter ausschöpfen und durch neue saisonale Convenience- und Geflügelwurst- Sortimente den Absatz weiter erhöhen.

Neben der qualitativen Ausformung des Markenprofils wird die PHW-Gruppe auch die Internationalisierung von Produktion und Absatz auf der Basis einer europäischen Prozessqualität vorantreiben. Paul-Heinz Wesjohann: „Die deutsche Geflügelwirtschaft und hier besonders Wiesenhof ist in Sachen Qualität, Tierschutz, Verbraucherinformation und Technik Weltspitze. Diese Basis wollen wir auch für unsere weitere Expansion nutzen.“

Trotz des erneut verschärften Wettbewerbs in der Geflügelbranche und unsicherer politischer Rahmenbedingungen rechnet die PHW-Gruppe im laufenden Geschäftsjahr mit einem weiteren Wachstum.