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15.02.2008

Nachfrage beflügelt Wiesenhof: Umsatz wächst um 17 Prozent

Rechterfeld/Hamburg, den 15. Februar 2008. Die PHW-Gruppe befindet sich weiter auf Wachstumskurs und steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/2007 (Stichtag 30.06.) den Umsatz um 25 Prozent auf 1,59 Mrd. Euro. Das Kerngeschäftsfeld Wiesenhof legte um 17,4 Prozent auf knapp 900 Mio. Euro zu (Vorjahr 765,9 Mio. Euro). Wesentliche Ursache für das hohe Wachstum ist die stark gestiegene Nachfrage nach Geflügelfleisch. Der Pro-Kopf-Verbrauch erreichte 2007 17,2 Kilogramm (Vorjahr: 16,7 Kilogramm). Auch die Preiserhöhungen für Geflügelprodukte, die aufgrund der angespannten Rohstoffsituation bei Futtermitteln notwendig waren, wirkten sich auf den Umsatz aus. Die Bereiche „Tierernährung und –gesundheit“ sowie Humanernährung und –gesundheit“ verzeichneten ebenfalls zweistellige Umsatzzuwächse.



Das Qualitäts- und Herkunftskonzept von Wiesenhof – es setzt nach dem Prinzip „Alles aus einer Hand“ unter anderem auf klar gekennzeichnete Geflügelprodukte, Futter aus eigenen Futtermühlen, gentechnikfreies Soja sowie über 800 feste Vertragslandwirte – bleibt der Garant für den Erfolg der Marke. Der Nutzen dieser Qualitätsphilosophie spiegelt sich im sehr hohen Vertrauen von Konsumenten und Handelspartnern in die Marke im In- als auch im Ausland wider. Den Exportumsatz steigerte Wiesenhof um 44,6 Mio. Euro auf 165,8 Mio. Euro. Rund 25 Mio. Euro resultieren aus der Erweiterung des Konsolidierungskreises um die jetzt zu 100 Prozent integrierte RWS-Gruppe. Mit zweistelligen Zuwachsraten trugen die Produktbereiche „Convenience“, „Enten“ und „Wiesenhof Geflügelwurst“ zur positiven Geschäftsentwicklung im Geschäftsfeld Wiesenhof bei.

Größere Nachfrage nach Wiesenhof Biogeflügel

Neben dem starken Wachstum im konventionellen Bereich verzeichnet Wiesenhof auch eine größere Nachfrage nach Biogeflügel. Auf Grund der gesteigerten Nachfrage erweiterte das Unternehmen seine Kapazitäten. Außerdem stellte Wiesenhof das Projekt Weidehähnchen, das 2004 in Bayern mit dem Tierschutzpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet wurde, auf die Erzeugung von Biohähnchen gemäß EU-Ökoverordnung um.

Im Zuge der vom Bundestag beschlossenen Zulassung des Labels „Ohne Gentechnik“ plant Wiesenhof die Auszeichnung seiner Produkte mit diesem Zusatz. Bereits seit 2000 setzt Wiesenhof auf gentechnikfreies Soja aus Brasilien und investiert pro Jahr mehrere Millionen Euro in ein Kontrollsystem, das vom brasilianischen Lieferanten bis in die eigenen Futtermühlen reicht.

Geschäftsentwicklung durch extrem gestiegene Futtermittelpreise geprägt

Besonders die extrem stark gestiegenen Futterkosten – in der Geflügelaufzucht sind 60 Prozent der entstehenden Kosten Futterkosten – prägten den Geschäftsverlauf. Sie konnten durch die schrittweise Anhebung der Verkaufspreise für Geflügelprodukte im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht in allen Bereichen kompensiert werden. Die PHW-Gruppe rechnet auf Grund der anhaltend hohen Nachfrage nach Futterkomponenten auf dem Weltmarkt, als auch durch den wachsenden Bedarf für die Bioenergieerzeugung mit noch höheren Futtermittelpreisen. Das werde weltweit mittelfristig zu einer weiteren Verteuerung von Geflügelfleischprodukten beitragen.

Auch die beiden im Geflügelbereich tätigen Tochtergesellschaften in Polen Drobimex und Bomadek trugen mit einer 50prozentigen Umsatzsteigerung zum Wachstum der PHW-Gruppe bei. Zusammengerechnet wuchsen beide Gesellschaften von 67,4 Mio. Euro auf 102,9 Mio. Euro.

Analog legte der Bereich Geflügelvermehrung deutlich zu. Dieses Geschäftsfeld umfasst Elterntierhaltung, Aufzuchtbetriebe und Brütereien, die sich alle in Deutschland befinden. Im Geschäftsjahr 2006/07 erreichten die Umsatzerlöse 93,1 Mio. Euro, was einem Plus von 53,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gleichkommt (Geschäftsjahr 2005/06: 60,6 Mio. Euro). Im vergangenen Jahr tätigte die PHW-Gruppe in den Neubau einer Brüterei in Rechterfeld mit 22 Mio. Euro eine der größten Einzelinvestitionen innerhalb der vergangenen Jahre.

Tierernährung und -gesundheit: 33 Prozent Wachstum

Auch das Geschäftsfeld Tierernährung und –gesundheit entwickelte sich sehr positiv. Das Geschäft mit Mischfutter, Futteradditiven und Geflügelimpfstoffen legte von 304,6 Mio. Euro auf 405,0 Mio. Euro zu. Dies entspricht einem Wachstum von 33 Prozent. Der Mischfutterhersteller MEGA Tierernährung ist mit einem Umsatzplus in Höhe von 34 Prozent auf 211,9 Mio. Euro maßgeblich für das Wachstum verantwortlich. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte das Unternehmen die Produktionsmenge um 17 Prozent und produziert jetzt jährlich 1,1 Mio. t Mischfutter. Auf Grund der räumlichen Nähe zu Polen wurde ein Werk in Eberswalde gepachtet sowie die Gesellschaft MEGA Polska gegründet, die den Brückenkopf für die osteuropäischen Märkte darstellt.

Die Lohmann Animal Health (LAH) verzeichnete in allen Geschäftsbereichen ein Wachstum. Der Umsatz belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 148,8 Mio. Euro (Vorjahr: 142,7 Mio. Euro). LAH gibt jährlich rund 6 Mio. Euro für die Entwicklung neuer Produkte und die Forschung aus. Dazu gehört auch die Entwicklung eines Vogelgrippe-Markerimpfstoffes gegen das Virus H5N1.

Bereits 75 Mio. Euro dieses Geschäftsfeldes entfallen auf die Gesellschaften GePro Vertriebsgesellschaft in Diepholz und PetCom Tierernährung in Minden. Während die PetCom Futtermischungen für die Pet-Food-Industrie herstellt, verwertet GePro die in den Schlachtbetrieben anfallenden Schlachtnebenprodukte. Die GePro, die mit dem Kooperationspreis der Agrar- und Ernährungswirtschaft 2007 ausgezeichnet wurde, produziert auf der Basis von Geflügelfetten im Monat durchschnittlich 1,8 Mio. Liter Biokraftstoff (Geflügel SP-Power). Bereits mehr als 500 LKW der PHW-Gruppe und anderer Speditionen fahren mit der umweltschonenden und günstigeren Spritvariante. Die GePro-Innovation sorgt dafür, dass jährlich bis zu 74.000 Tonnen CO² vermieden werden können.

Humanernährung und -gesundheit: 22,9 Prozent Umsatzwachstum

Die Umsatzsteigerung der Nutrilo Gesellschaft für Lebensmitteltechnologie (von 20,0 Mio. Euro auf 29,1 Mio. Euro) ist sowohl auf das preisbedingte Wachstum im Inland (plus 20,3 Prozent), als auch auf die deutlich gestiegenen Exporterlöse (plus 108 Prozent) zurückzuführen. Die Ausweitung des Exports resultiert aus dem starken USA-Geschäft von Nutrilo. Um das Geschäft in Nordamerika auszubauen, gründete die PHW-Gruppe im Sommer 2007 eine Gesellschaft in den USA, an der sie zu 75 Prozent beteiligt ist.

Die TAD Pharma GmbH konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Umsatz durch eine Diversifizierung des Geschäftes und den Ausbau des internationalen Geschäftes um 14,4 Prozent steigern. Mit Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2007/08 zählt TAD Pharma durch den Verkauf an den slowenischen Generikaspezialisten KRKA nicht mehr zur PHW-Gruppe.

Personal: 400 Beschäftigte mehr

Der Anstieg von 4.228 Mitarbeitern auf 4.645 resultiert überwiegend aus dem Zuwachs bei der Auslandsgesellschaft Drobimex und der Erweiterung des Konsolidierungskreises. Weiterhin wurde in einzelnen Schlachterei- und Verarbeitungsbetrieben Fremdpersonal durch eigene Beschäftigte ersetzt.

Mit 69,4 Mio. Euro blieben die Investitionen auf dem hohen Niveau des Vorjahres (69,8 Mio. Euro). Größte Investitionsschwerpunkte waren der Neubau der Brüterei in Rechterfeld, Kapazitätserweiterungen in den Farmen und Investitionen in technische Anlagen zur Optimierung der Produktionsabläufe in den Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben sowie in Umweltmaßnahmen.

Im laufenden Geschäftsjahr plant die PHW-Gruppe weitere Investitionen an den deutschen Standorten. In Cuxhaven soll ein zweites Geflügelimpfstoffwerk entstehen und bei Nutrilo ist der Bau eines Produktentwicklungstechnikums bereits angestoßen. Im bayerischen Bogen wird der Gebäudetrakt für die Lebendtierannahme des dortigen Verarbeitungsbetriebes neu gebaut. In Rechterfeld vergrößert MEGA derzeit das Rohwarenlager um zwanzig neue Silos.

Ausblick: PHW-Gruppe rechnet mit Umsatzwachstum von acht Prozent

Im laufenden Jahr haben sich die Geflügelmärkte weitgehend erholt, was sich an der sehr guten Nachfrage nach Geflügelprodukten ablesen lässt. Trotz gestiegener Verbraucherpreise zeigt die Absatzkurve in der gesamten Branche nach oben. In Deutschland ist der Trend zu fettarmen und leichten Lebensmitteln ein wesentlicher Wachstumstreiber für Wiesenhof. Auch aufgrund der Tatsache, dass die Nachfrage nach Geflügelfleisch international steigt, rechnet die PHW-Gruppe im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatzwachstum von acht Prozent.